Burschenschaft Kleeblatt Wißmar e.V.
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Die Burschenschaft war nun 20 Jahre alt geworden und hatte sich als eine feste Größe im Wissmarer Vereinsgeschehen etabliert. Die Kirmes wurde weiterhin in der Gaststätte „zum dicken Wilhelm“ durchgeführt, wobei allerdings im Gegenteil zu heute lediglich das Tanzgeld der Burschenschaft zur Verfügung stand. Der Aufbau für die Kirmes dauerte allerdings in der Regel 2 bis 3 Wochen.

                    links: Die Burschenschaft im Jahr 1966 mit Watz Wilfried Kronenberger rechts: Das Dorf folgt dem Kirmesumzug zum Kirmesplatz


Wenn Veranstaltungen in anderen Ortsteilen besucht wurden, musste dies meist zu Fuß geschehen, da es zu kostspielig war einen Bus zu bestellen. Dies hatte aber den Vorteil, dass man doch recht durstig zu den jeweiligen Veranstaltungen kam. Die Leitung der Gaststätte Schnell übernahm im Jahre 1968 die Familie Bopp von dem Vorgänger Ernst Lippert.

Hervorzuheben ist unter anderem die Kirmes 1969, da hier das erste Mal von der Volksmusik abgewichen wurde und gemäß der damaligen Zeit ein Beat-Abend am Kirmes Samstag durchgeführt wurde.
Im Februar 1970 hatten wir die Möglichkeit am Giessener Fastnachtszug teilzunehmen, was wir auch prompt zusagten. Zwei Motivwaagen wurden erstellt (Motive: Wissmarer See und Schwimmbad Giessen) und außerdem nahm noch eine Fußgruppe der Burschenschaft am Umzug teil.

Es wurden zu dieser Zeit einige interne Gesetze geändert, die bis heute Bestand haben: Zum Eintritt in die Burschenschaft sind nun 3 Stangen (Maß) anstatt früher 2 Stück notwendig und wer nicht mindestens 50 % der Veranstaltungen besucht wird aus dem Verein geworfen bzw. es wird darüber abgestimmt.

 

Dann folgte ein Höhepunkt der Burschenschaft – Historie. Im Jahre 1971, wir konnten auf 25 Jahre Burschenschaft zurückblicken, kam zur Kirmes die weltbekannte Kapelle „ERNST MOSCH und seine LUSTIGEN EGERLÄNDER“ nach Wissmar und spielten hier groß auf, allerdings soll nach dieser Kirmes auch ein Schnapsmangel in Wissmar vorgeherrscht haben.


                                                                 25. Jubiläumsjahr 1971. Letzte Kirmes beim "dicken Wilhelm". Watz: Bernd Jung

Im Herbst des Jahres 1971 wurde dann erstmals eine Mehrtagesfahrt durchgeführt. Diese Fahrt führte die Mitglieder nach Reutte in Tirol (Österreich) und war ein großer Erfolg, sodass von dieser Zeit an in jedem Jahr eine Fahrt gemacht wurde.

Das folgende Jahr 1972 setzte dann einen Meilenstein in der Geschichte der Burschenschaft. Die Gemeinde Wissmar hatte einen neuen Festplatz bei der Grundschule errichtet und der Vorstand entschied sich zur Durchführung einer eigenen Kirmes, was allerdings ein großes Wagnis war, aber am Ende doch mit einem Erfolg endete. Da man nicht soviel Erfahrung mit der Durchführung einer Kirmes hatte, wurde zunächst noch ein Festwirt mit der Bewirtung beauftragt.

Im Jahre 1973 hatte man dann erneut prominente Gäste auf der Kirmes, denn organisiert wurde eine Starparade, unter anderem mit HEINO, während die 74-er Kirmes mit der sehr bekannten Kapelle Josef Augustin und die original Donauschwaben glänzen konnte.

Ebenfalls 1973 wurde eine Veranstaltung eingeführt, die bis jetzt noch ein Bestandteil des Terminkalenders ist, nämlich der „Wutschedoag“, der immer am Tag nach Weihnachten durchgeführt wird. Nach einer Wanderung zu einer Lokalität wird hier wird das Geld ausgegeben, was im Jahr zuvor in der „Burschenschafts-Spar-Sau“ gesammelt wurde.

Der Wirt unserer Vereinsgaststätte hatte wieder einmal gewechselt. Die Familie Pfendert übernahm nun die Gaststätte „Schnell“.

 

1975 war es dann soweit und die Burschenschaft war Allein-Ausrichter der Kirmes. Hatte man die Jahre zuvor noch einen Festwirt, so waren nun alle Mitglieder eingespannt in Aufbau, die Bewirtung und alles andere was zu einem solchen Fest gehört. Und das dies vorzüglich geklappt hat, beweist die bis heute unveränderte Beliebtheit der Kirmes in Wissmar.


 Kirmesfoto 1975: Auf dem Hof der Grundschule Wissmar, Watz: Wolfgang Weber